SC Paderborn 07 gegen die Vergangenheit

Vorschau zum 32. Spieltag der 2. Fußball Bundesliga

Dafür lieben wir Fußball!

Klingt im ersten Moment in unserer jetzigen Situation falsch, aber das ist doch genau das, weswegen wir diese und keine andere Sportart so lieben. Unser Verein, unser SC Paderborn 07, im nachfolgenden der Patient genannt, liegt im sterben.
Noch vor einem Jahr hatten wir eine ähnliche Situation. Nicht besser, aber es war glanzvoller.
Gehen wir noch ein Jahr zurück. Es ging um den Aufstieg! Wir waren die 2. beste Mannschaft der 2. Liga. Nach einem echt miesen Start in die Saison stiegen wir wie ein Phönix aus der Asche um oben richtig mitzuwirbeln und am Ende mit der besten Offensive der Liga direkt in die 1. Fußball Bundesliga aufzusteigen.

Es war ein Rausch! Die letzten Spiele, die vielen Siege, die vielen Tore. Überall war man happy und stolz darauf Paderborner zu sein! Stolz, Fan des SC Paderborn 07 zu sein. Die Farben blau und schwarz zu tragen.
Ich bin nicht so wie andere schon 20 Jahre Fan, ich schaue erst seit 2011 generell Fußball, dafür aber alles vom SCP. Ich habe beim Sport Club eher die positiven Zeiten durch gemacht als die schlechten. In meiner „Einstiegssaison“ war Roger Schmidt Trainer und wir waren oben mit dabei. Bis zum letzten Spieltag konnte man zumindest noch auf den Relegationsplatz hoffen. Die Saison danach war so Mittelmaß mit einem anderen Schmidt als Trainer über den wir hier nicht reden wollen.
Und dann kam die besagte Märchensaison. Ein echt schlechter Einstieg von Breitenreiter, dem NoName aus Havelse und einer verabscheuungswürdigen Leistung im DFB Pokal gegen Saarbrücken. Dann kam aber die Wende und die Mannschaft hatte ihren Plan, den Willen und das Quäntchen Glück um vorne anzuschließen und zum Ende der Saison das Wunder war zu machen, diesen kleinen Verein in die beste deutsche Liga zu schießen.

War das geil!

Choreo

Es folgte ja schon fast ein Festjahr, in dem man die Spiele genoss, toll spielte und dann doch, irgendwie unverdient, aber als Tabellenletzter abstieg.
Oh was waren wir verwöhnt! Man kannte Siege und die Niederlagen waren in der 1. Liga nur halb so schlimm als im Vorjahr und nur ein hundertstel wie in diesem Jahr.
Man kam ja aus der 1. Liga und einige waren geblieben, wenn auch nicht viele. Die Vereinsführung sprach von direktem Wiederaufstieg und die Preise fürs Stadion sollten ihr Geld wert sein mit der Leistung, die uns geboten wurde.

Pustekuchen. Was alles passiert ist brauche ich euch nicht zu erzählen. Da habe ich schon genug drüber geschrieben und geredet. Falls ihr es dennoch schriftlich haben wollt wie die Saison aus meiner Sicht verlief, dann bitte, schreibt mich einfach an.

Schrödingers Fußballverein

Jetzt stehen wir hier am 32. Spieltag. Auf Platz 17 in der Tabelle, einem schweren Restprogramm und einer Tonne emotionalem Ballast, aber der Möglichkeit zu allem. Der Patient liegt im sterben, man kann weder sagen, dass er lebt, noch dass er tot ist.
In meiner Zeit als Fan musste ich so eine schwere Zeit noch nicht durchleben, aber irgendwie freue ich mich doch ein Teil des Ganzen zu sein. Es war hart die Pleiten im eigenen Stadion mitzuerleben, wie die gegen Union Berlin (hier der Padercast dazu) und zu sehen, wie viel Emotionen so ein Spiel bei Menschen entfachen kann. Es war toll in der Aufstiegssaison im Stadion zu sein und die Mannschaft anzufeuern. Danach in der 1. Liga dicht bedrängt zu der Mannschaft auch nach Pleiten zu stehen. Und auch jetzt, in der schlechtesten Saison, die ich bisher miterlebt habe, werde ich wieder im Stadion stehen und für die letzten Spiele alles geben.
Nicht weil ich finde, dass alles so toll läuft, nicht, weil ich den Vorstand rein oder raus haben will, nicht, weil ich will, dass Spieler gehen oder bleiben. Nein, weil ich durch diesen Verein und dieses Spiel viele nette Leute kennen gelernt habe mit denen ich mich über unseren Verein freue und mit denen ich leide in solchen Zeiten. Leute wie Stephan vom schwarz und blau Blog, den Kevin von MaKe Medien, die Gebrüder Detlef und Udo, die blonde Frau, die sich bei jedem Spiel tapfer in die Bad Driburger Fan Box stellt und ihren Mann den Ordner grüßt (ich kenne sie nicht persönlich, aber irgendwie gehört das schon dazu), die ganzen lieben Leute auf Twitter und und und. Dafür will ich, dass WIR die Klasse halten.

In guten wie in schweren Zeiten

Es ist mit Sicherheit nicht alles gut und toll im Verein, es ist viel verkehrt gemacht worden, egal an welcher Stelle, aber es ist die Jahre zuvor auch so wahnsinnig viel richtig gemacht worden. Klar dass von 1000 Entscheidungen 100 nicht so toll sind und 20 ganz bescheiden. Aber hey, es ist mehr als jetzt Vorstand raus rufen, es ist mehr als wegen einer blöden Aktion zu pfeifen und sogar wegen eines Tores zu jubeln. Es geht jetzt schlicht und ergreifend um das Überleben. Nicht darum, ob die Fans nicht genug getan haben um die Mannschaft zu unterstützen, auch nicht ob die Mannschaft oder einzelne Spieler da verkehrt auf dem Platz sind. Der Patient liegt im sterben und ohne deine und meine Hilfe wird er sterben. Egal wer was verdient und geleistet hat, es geht nur zusammen. Unser SCP braucht uns, da er sonst untergeht.

Zwei erstklassige Absteiger auf dem Weg in unterschiedliche Richtungen

Kommen wir jetzt zum Gegner. Zu einer unserer letzten Gelegenheiten die Klasse zu erhalten. Kein geringerer als der Klassenbeste wartet auf uns. Mit uns zusammen aus der 1. Liga abgestiegen und nun duellieren wir uns 3 Spieltage vor Schluss. Es geht bei uns beiden um viel. Freiburg möchte Meister werden noch vor dem prognostizierten Klassenprimus RasenBallsport Leipzig und wir wollen von einem direkten Abstiegsplatz runter.
Wer Favorit ist, ist klar, aber das Spiel startet wie alle anderen mit 0:0 und niemand ist unbesiegbar. Auch die Form der Mannschaft bei den letzten 2 Spielen gibt Anlass zur Hoffnung. Ein 2:0 Sieg gegen schwache Frankfurter und ein 1:1 Unentschieden bei nicht so schwachen Heidenheimern, die wir durchaus hätten schlagen können, wenn nicht müssen. Dort hat man sich auch nach einem frühen Rückstand nicht aufgegeben, sondern richtig aufgedreht und nur wegen etwas Pech und ein paar Zentimetern konnten wir dort nur einen Punkt mitnehmen.
Freiburg marschiert so durch, hat nur ein Unentschieden hinnehmen müssen in den letzten 10 Spielen und hat sonst alles gewonnen. Zeit, dass hier mal wieder verloren wird. Wir Paderborner sehnen uns außerdem nach dem 3. Mal „Oh wie ist das schön“ in dieser Saison und das erste mal in diesem Jahr… Sorry Michi

Ich habe auch mit Stephan, Kevin und dem Sebastian im Padercast über das Spiel und das letze gesprochen (Hier reinhören)

Alles an einem Tag

Nicht dass die Tabellensituation schon Nervenaufreibend genug ist:

14.  F95   29Pkt.
15.  FSV   29Pkt.
16.  M60   28Pkt.
17.  SCP   28Pkt.
18.  MSV   25Pkt.

Nein, an diesem Freitag spielen auch noch alle zur selben Zeit, dazu noch das direkte Duell Duisburg gegen Düsseldorf. Einer von beiden punktet auf jeden Fall.

Alle Partien an der Abstiegskonkurrenten:
SC Paderborn – SC Freiburg
St. Pauli – 1860 München
FSV Frankfurt – Lautern
Duisburg – Düsseldorf

Nach diesem Spiel müssen wir nicht unbedingt weiter sein in unserer Planung, aber es ist möglich, dass sich die Ausgangslagen der Abstiegskandidaten deutlich ändert. Es ist alles drin, der Patient lebt noch, auch wenn mein Herz in diesen Tagen einiges durchstehen muss.

Die Fifa Prognose oder wie Thomas Bertels den Tag rettet

Es ist ein schöner Abend in der Benteler Arena. Das Wetter trocken und nicht zu kalt. Die Aufstellungen kommen raus und bringen ein paar Änderungen mit sich.

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Für Stöger kommt Helenius ins Team um etwas mehr Abschlussgefahr ins Spiel zu bringen. Für den jungen Schonlau kommt der wieder genesene Bertels ins Team. Und für Narey kommt ein bestens gelaunter Michael Heinloth ins Team. Es bleibt beim 4-3-3.

Es entwickelt sich ein spannendes Spiel, beide Mannschaften wollen, aber der SCP ist im eigenen Stadion ein bisschen gefährlicher. Stoppelkamp spielt eine gute Chance heraus, wird aber im Strafraum geblockt.
Bertels holt sich standesgemäß die erste gelbe Karte des Spiels ab.

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Die Fans sind super drauf und machen Stimmung, die Leistung der Mannschaft passt. Hier könnte heute was gehen!
Dann in der 61. Minute ist es endlich so weit! Niemand anderes als Thomas Bertels himself macht das 1:0 gegen Freiburg! Unfassbar! Ein toller Lauf an den Verteidigern vorbei in den Strafraum, dann der Schuss. Gehalten, aber nicht festgehalten. Bertels geht energisch hinterher und kommt vor dem Torwart und den Verteidigern an den Ball und haut das Ding in die Maschen! Das wollen wir sehen!
Kurz darauf der 2. Schlag für die Freiburger. Nur 4 Minuten später spielt sich Koc über die andere Seite zum Strafraum und haut das Ding in die lange Ecke! Grandios!

Dann noch einmal zittern. Der Schiri gibt in der 75. Minute Handelfmeter. Petersen führt aus und Fernandes hält!!! Unglaublich was hier heute ab geht!
Freiburg will nochmal Druck machen, aber der SCP steht sicher und lauert auf Konter.
Ja…. ich konnte es selbst nicht glauben. Hartherz läuft bei einem Konter in den Strafraum und wird gelegt! Elfmeter für die Jungs in blau.
Der Käptn selbst tritt an und verwandelt den ersten Elfmeter der Saison!
3:0!
Der Gegner weiß auch, dass dieses Spiel hier zu Ende ist und so läuft die Uhr herunter und wir siegen 3:0!

Also Freunde, sollte dieses Spiel tatsächlich so ausgehen, werden wir diese Saison sicher auf einem Nicht-Abstiegsplatz beenden 😉

Euer PaderOptimist

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