Der Schmerz

Der dritte Abstieg in Folge. Ich versuche das geschehene am Abstiegstag des SC Paderborn 07 zu verarbeiten

Es ist vorbei, Geschichte haben wir geschrieben. Mit einem 0:0 und 44 Punkten steigen wir aus dem Profifußball ab.

Das dritte mal in Folge. Liebe weltweite Medien die jemals etwas von Fußball gehört haben: Da sind wir! Endlich dürft ihr euch das Maul zerreißen und eure lang vorbereiteten Texte raushauen.

Vorwarnung: Dies soll keine vernünftige Zusammenfassung des Spiels werden, dies ist einfach nur eine Verarbeitung des Erlebten um es mit anderen Mitleidenden zu teilen. 

Es ist mir aber egal. Denn was ich jetzt durchlebe ist der Schmerz. Das grausame Ende einer schönen Zeit im Profifußball die doch einfach nicht zu Ende gehen kann. Zu spät hat man angefangen Dinge richtig zu machen. Und ich mag gar nicht daran denken wie ich damit umgehen soll wenn ich mich aus der Benteler Arena und von Urgestein Lukas Kruse verabschieden müsste.

Morgen vielleicht schon kann ich wieder nach vorne schauen und die Dinge wieder Positiv angehen, aber jetzt gerade kann und will ich das nicht. Die weinenden Gesichter der Fans und Spieler im Stadion sind zu nah. Zu lange standen Strohdiek, Kruse und van der Biezen bei uns. Zu lange hockten Soyak, Heidinger und Herzenbruch auf dem Rasen und wussten nicht wohin mit sich. Zu nah die Tränen der Leute um mich herum, die lange nach Abpfiff still und trauernd auf den Rängen standen.
Die tolle Schlussphase der Saison in der die Mannschaft nach 2 Jahren endlich wieder zu einer wurde hat der Fußballgott nicht gesehen. Er schaute weg, oder schlimmer noch, er ließ uns leiden.

Nachdem wir schon lange abgeschrieben waren, uns wieder zurück gekämpft haben und in einer sehr guten Ausgangslage für das letzte Spiel waren reichte ein Unentschieden nicht um das schlimmste Abzuwenden. Wir waren verzweifelt, durften hoffen, fühlten uns schon fast sicher und dann gab es wieder einen Tritt in die Eier.

Die Anreise war gut. Die Stimmung vor dem Stadion angespannt aber optimistisch. Im Stadion selbst verging die Zeit wie im Flug.

Wir gewinnen das Ding, feiern richtig und ab geht’s nach Hause. Donnerstag Pokalfinale gewinnen und wir sind gerettet. Die Mannschaft hat sich gefunden unter dem neuen Trainer und wir greifen wieder ein.

Denkste

Wir fingen auch wieder stark an, hatten die klareren Torchancen. Ich weiß nicht mehr genau wann was passiert ist, aber Piossek traf die Latte und Soyak war mit Ecken und Freistößen wieder gefährlich. Van der Biezen hatte noch eine gute Kopfballgelegenheit. Allerdings machte sich nach und nach bemerkbar das wir doch ein wenig nervös waren und das Osnabrück eine gute Saison gespielt hat und es für sie um nichts mehr geht.

Wir verloren die Kontrolle über das Spiel. Zum Glück schafften es die Osnabrücker nicht den Ball ins Netz zu bringen, aber die Spielanteile lagen deutlich mehr beim Gegner. Desto länger es 0:0 stand desto öfter der Blick auf das Handy. Bremen immer noch 0:0. Trotzdem war sich jeder sicher: Wir müssen gewinnen. Es hilft nichts anderes.

Es war um die 85. Minute als es dann von hinten schallte: „Bremen führt“. Sofort zog sich mir der Magen zusammen und mir stieg das Blut in den Kopf. Das gibt es doch nicht, aber man wusste es irgendwie schon vorher. Die Leistung auf dem Platz war stehts bemüht… Nur noch Stückwerk nach vorne. Weiter 0:0. Vielleicht noch der Lucky Punch? Wir hatten die letzten Spiele Fortuna doch auf unserer Seite, wo bist du heute?

Als es dann von Osnabrücker Rängen zu hören war „Absteiger, Absteiger!“ wussten auch die Spieler bescheid. Es gab dann auch nichts mehr zu holen. Ohne van der Biezen war in der Spitze nichts gefährliches mehr und auch der spät eingewechselte Michel konnte nichts mehr retten.

So blieb die Stille nach Abpfiff, traurige Gesichter und eine Ohnmacht wie ich sie vorher nicht gesehen und gefühlt habe. Ich weiß gar nicht mehr wo ich hin geschaut habe, aber es war einfach so surreal. Das war kein Abstieg wie die beiden zuvor. Wir haben uns doch noch gefunden, wir haben doch alles gegeben.
Zu spät leider.
Es geht ab in die völlige Bedeutungslosigkeit.
Natürlich bin ich auch dann noch dabei, aber man weiß nicht ob der Verein auch da sein wird…

Ich weiß nicht ob es mir morgen wieder besser geht, ob ich wieder optimistisch nach vorne blicken kann und mit neuen Zielen in eine wieder so ungewisse Zukunft gehen kann.
Heute nicht.
Heute möchte ich trauern und vielleicht auch noch morgen.

Eins weiß ich aber genau, egal wo, wir werden wieder zusammen stehen, denn wir sind immer da!

Euer PaderOptimist

1, Dramatik bis zum Schluss

Das letzte Spiel des SC Paderborn der Saison gegen den VfL Osnabrück. Alles in den eigenen Händen, aber ein heißes Pflaster in Stadion Bremer Brücke

Der letzte Spieltag gegen den VFL Osnabrück steht an. Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir über dem Strich stehen und sollte Bremen II verlieren, sind wir gerettet. Bei einem Sieg sind wir auch sicher gerettet und könnten sogar noch auf Platz 16 klettern.

Spieltag 36: Zuhause – FSV Zwickau (Platz 7) (1:1) RÜCKBLICK <—
Spieltag 37: Zuhause – Münster (Platz 8) (1:0) RÜCKBLICK <—
Spieltag 38: Auswärts – Osnabrück (Platz 6) (Live im WDR)

Die Tabelle:

Platz 15 – Fortuna Köln – 46 Punkte
Platz 16 – Erfurt – 44 Punkte
Platz 17 – Paderborn – 43 Punkte
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Platz 18 – Bremen II – 42 Punkte
Platz 19 – Mainz II – 37 Punkte
Platz 20 – Frankfurt – 25 Punkte (nach Punktabzug)

Dramatik bis zum Schluss, Baumgart sei Dank

Vor 2 Monaten noch hätte vermutlich jeder es dankend angenommen, wenn man gesagt hätte, dass der SCP mit 43 Punkten vor dem letzten Spieltag über dem Strich steht. Unerreichbar war diese Position für viele schon und nun stehen wir vor dem letzten Spieltag dem Klassenerhalt näher als die letzten 2 Jahre. Wir haben es in der eigenen Hand.

Am letzten Spieltag haben wir bis zum Schluss gegen Münster gebangt, aber verdient gewonnen. Der Klassenerhalt war möglich, aber Erfurt und Bremen II haben zeitgleich auch gewonnen und somit blieben die Abstände unverändert.

Info: Nervenschlacht für Fans – Rückblick SCP gegen SCP

Wer hätte aber gedacht, dass man in dieser Saison noch einmal das Gefühl bekommt, dass wir jedes Spiel wirklich gewinnen können? Ich bin generell kein Freund von schnellen Trainerwechseln und ich hätte nicht erwartet, dass wir unter Baumgart eine solche Leistungssteigerung aufrecht halten können! 5 Spiele unter Baumgart und immer noch ungeschlagen. Diese Serie soll in den letzten beiden Saisonspielen (Liga und Pokal) nicht mehr reißen!

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1600 Fans kommen mit nach Osnabrück. Das wird ein Spiel bei dem das Stadion knistert. Osnabrück wird sich vermutlich an die Relegation 2009 erinnern, als wir in der Relegation in die 2. Liga aufgestiegen sind und Osnabrück in die 3. Liga verband wurde.

Info: HIER geht es zu einem Video auf YouTube das die Stimmung  im Rückspiel dokumentiert

7 Jahre später stehen wir auf dem quasi Relegationsplatz. Eine Niederlage und wir könnten den grausamen Weg in die Regionalliga gehen, „dem Friedhof der Traditionsvereine“. Bei einem Sieg hätten wir den ersten Klassenerhalt seit der Saison 2012/13 geschafft. Es wäre ein Sieg der Moral und etwas Balsam auf die geschundene Fanseele.

Auf die finanzielle Situation gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein, dazu gibt es einen separaten Blogeintrag, der an dieser Stelle verlinkt wird.
Aktuell nur so viel dazu: Die Stadt hat auch die Stundung der knappen 200.000 Euro für die kommende Saison komplett abgelehnt und somit gibt es keine weitere finanzielle Unterstützung seitens der Stadt.

Es geht niemals um Nichts!

Das betonte Baumgart auf der Pressekonferenz noch sehr deutlich auf die Frage wie er es sieht, dass es für die Gegner Osnabrück, Aalen und Großaspach um nichts mehr geht. Mittlerweile sei er auch etwas nervös vor dem letzten Spiel, aber positiv, denn wir haben uns eine gute Ausgangsposition für das große Finale erarbeitet.

„Für Osnabrück geht es auch um viel, jeder Spieler will gewinnen und sagt nicht, es geht um nichts mehr“. So erwartet er einen harten Kampf bis zum Abpfiff um den Sieg.

Das Personal

Es gibt im Moment drei Wackelkandidaten:
Tim Sebastian wird nach seiner Kopfverletzung am letzten Spieltag nicht in der Startelf stehen und muss selbst entscheiden, ob er von der Bank aus unterstützen kann. Für ihn wird Lukas Boeder starten.
Marc Vucinovic hat sich im Training eine Reizung im Knie zugezogen, wird vermutlich aber zur Verfügung stehen.
Ben Zolinski hat sich eine Viruserkrankung zugezogen und ist äußerst fraglich für das Spiel. Mit Vuci und Zolinski fällt die rechte Seite aus. Vermutlich wird Heidinger auf die rechte Verteidigerposition rücken und Bickel ins Mittelfeld.
Bertels ist nach seiner Gelb-Sperre zurück im Kader und wird mit Sicherheit wieder im linken Mittelfeld starten.

Im Sturm wird sich nichts tun. Ich sehe keinen Grund warum van der Biezen nicht wieder starten sollte mit zwei Treffern in den letzten beiden Spielen. Schade ist, dass Roope Riski keine Chance mehr erhalten wird sich zu zeigen, da er an den beiden Stürmern nicht vorbeikommt. Die Leihe wird vermutlich auslaufen nach dem letzten Spiel und die Kaufoption nicht gezogen. Dafür konnte sich der Finne einfach nicht durchsetzen.

Wie geht es aus?

Der Optimist in mir sagt, dass wir 2:0 zur Halbzeit führen, einmal nach der Pause zittern, wenn Osnabrück den Anschlusstreffer gemacht hat, aber dann 3:1 gewinnen.
Die gefolterte und übernervöse Fanseele sagt: Wir verlieren mit 0:2 und bangen bis zum Schluss, dass Bremen auch verliert, was sie dann auch tun werden.

So oder so, wir halten die Klasse!

Kleine Info: Am Sonntag bin ich auf 1-Live zu hören! Es geht um das Thema Auf und Ab, und im Sektor darf da der SCP natürlich nicht fehlen… :-/ 
Dazu wurde ich freundlicherweise eingeladen und hoffe, dass ich ein paar gute Sachen mit dem Auf und Ab rüber bringen kann.
Gesendet wird das ganze Sonntag Nachmittag zwischen 2 und 6.

Euer PaderOptimist

Links:

HIER geht es zur PK vor dem Spiel
HIER geht es zur Video-Zusammenfassung des Hinspiels
HIER geht es zum Blogeintrag zu Schwarz und Blau
HIER geht es zum aktuellen PaderCast 81
HIER geht es zu den Infos für die Auswärtfahrer
UND HIER noch einmal die Impressionen des Rückspiels von 2009