Kalt, Flutlicht, Spektakel? Vorschau SCP-HFC

„Für uns zählt nur Freitag“. Das war Baumgarts klare Aussage zu der Frage, ob man rotieren möchte um Spieler fit zu halten für den DFB-Pokal am Dienstag. Es wird die beste Elf spielen. Ein letztes Mal in diesem Jahr in der Liga und nachdem wir Herbstmeister geworden sind, wollen wir auch als Spitzenreiter in die Winterpause gehen. Im Hinspiel gab es ein spektakuläres 4:4, jetzt wollen wir spektakulär siegen!

Wo sind die Zuschauer?

Es sind 3627 Karten verkauft und es wird mit etwas über 6000 Zuschauern gerechnet. Im Schnitt hatten wir 7700 angepeilt. Da liegen wir deutlich drunter und obwohl vor allem die Spieler mehr Fans verdient hätten, bis jetzt gibt es ein paar Gründe, warum nur so wenig kommen werden.

  1. Es ist kalt und nass.
    Es ist Winter und abgesehen von uns, die bei jedem Wetter und jeder Lage ins Stadion gehen, gibt es einfach viele Fußballzuschauer, die das Spiel dann lieber im warmen gucken wollen.
  2. Das mittlere Kind hat es am schwersten.
    Es ist das zweite von drei Heimspielen in Folge. Vier Tage später geht es schon wieder abends bei Flutlicht im attraktiveren DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Ingolstadt.
  3. Halle ist kein Zuschauermagnet.
    Halle ist auch einfach nicht der attraktivste Gegner. Wären wir in einer ähnlichen Lage wie vor einem Jahr: Unten in der Tabelle, keine schönen Spiele, kein Pokal, wäre das ein Kandidat für einen neuen Zuschauernegativrekord.
  4. Es ist bisher eine sehr erfolgreiche, aber trotzdem nur eine halbe Saison. Nach drei Jahren Abstieg in Folge sind die schwer zu begeisternden Westfalen nur schwer wieder zugewinnen.

Halle mit Personalsorgen

Den Hallensern fehlen jetzt 9 Spieler, davon 7, die potentiell in der Startelf stehen könnten. Vier Innenverteidiger und drei Stürmer sind verletzt/krank, sowie Kappenträger Klaus Gjasula und Mittelfeldspieler Martin Röser sind gelb-gesperrt.
Die Aufgabe wird schwierig für den HFC, vor allem da das Team mit einer nicht eingespielten Mannschaft Lücken lassen könnte, in die unsere schnellen Spieler stoßen und so zu vielen Torchancen kommen können.

Alle fit, bis auf Sir Marlon

Bei uns wiederum kann Steffen Baumgart aus den Vollen schöpfen und bis auf Marlon Ritter über jeden Spieler verfügen. Auch Itter und Vuci sind voll im Training und könnten spielen. Es wird aber nicht viel rotiert werden, und ganz ehrlich? Warum auch? Die Elf, die gegen Köln gespielt hat, war die bisher erfolgreichste Elf und scheint perfekt zu harmonieren. Die Liga hat auch weiterhin Priorität #1 daher werden die Besten der Besten eingesetzt.

Sieg? Klar doch!

Wir sind Spitzenreiter. Der Titel Herbstmeister, gerade dann, wenn noch zwei Spiele vor der Winterpause anstehen, bedeutet ein feuchtes nichts. Ist nett, aber wenn wir in die Winterpause gehen und immer noch Tabellenführer sind und noch einmal im DFB-Pokal ran dürfen, dann ist mir das deutlich mehr wert. Schön wäre natürlich auch, wenn man nochmal etwas Abstand zur Konkurrenz gewinnen würde, auch wenn ich glaube, dass die Motivation im neuen Jahr größer ist, desto enger es in der Tabelle ist.

Mein Tipp? Gegen personalgeschwächte Hallenser, sollte man in Bestbesetzung locker gewinnen. 4:0!

Euer PaderOptimist

 

Das erste Heimspiel! Wir feiern lieber Libori

Das erste Heimspiel der Saison steht an und ich persönlich freue mich tierisch darauf endlich wieder in der Benteler Arena stehen zu dürfen mit meiner neuen Dauerkarte und unsere Mannen anzufeuern. Leider sehen das nicht alle so.
Ich erhoffe mir wieder tollen Offensivfußball unseres SC Paderborn 07 gegen den Chemnitzer FC

Das erste Heimspiel der Saison steht an und ich persönlich freue mich tierisch darauf endlich wieder in der Benteler Arena stehen zu dürfen mit meiner neuen Dauerkarte und unsere Mannen anzufeuern. Leider sehen das nicht alle so.

Einige Fans bleiben natürlich nicht nur wegen Libori dem Stadion fern, es sind ja auch Ferien und einige schaffen es tatsächlich auch in den Urlaub zu fahren und sind nicht da. So sind wir dann nur ca. 4500 Zuschauer beim ersten Heimspiel der Saison, in der man die alten Werte verkörpern will. Das erste Spiel gegen Halle war leider nicht nur ein Fingerzeig für spektakuläre Torszenen und richtig geilen Offensivfußball, sondern auch für schnell mal viele Tore kassieren, was bei einigen auch wohl direkt wieder für Skepsis gesorgt hat. Ich hoffe, die Stimmung wird trotzdem grandios. Wenn die Elf wieder so einen starken Ball spielt wie in den ersten 70 Minuten in Halle, dann wird's genial.

Endlich zum Sportlichen:

Das erste Spiel der Saison gegen Halle war ein Traum für jeden neutralen Zuschauer und ein Bewerbungsschreiben der 3. Liga für alle Zuschauer. 4:4 hieß es am Ende. Nach unserem großen Umbruch im Kader, bei der Premiere Auswärts, hört sich ein Unentschieden nach einem zufriedenstellenden Ergebnis an. Das wird allerdings getrübt davon, dass man eine 4:1 Führung binnen weniger Minuten fahrig verspielt hat.

Dramatik ab den ersten Sekunden in Halle

Die ersten Sekunden begannen tragisch. Voller Euphorie setzte ich mich vor den Telekom Live-Stream und war gierig zu erfahren, wie unsere neue, verjüngte und offensivere Mannschaft sich präsentieren wollte. Anpfiff, langer Ball nach vorne, Angreifer kreuzt Strohdiek, kommt ins Straucheln, fällt, Elfmeter….
12 Sekunden hat es nur gedauert bis der erfahrene Felix Zwayer auf den Punkt zeigte und Pintol unhaltbar einnetzte.

Die Führung sollte aber nicht lange halten. Zolinski traf gedankenschnell nach 4 Minuten und schnellem Passspiel zum Ausgleich. Kurz darauf gab es Elfmeter für uns und nicht der neue Kapitän Strohdiek, sondern Marc Vucinovic netzte zur Führung ein. Kurz vor dem Halbzeitpfiff schaffte es Srbeny auch endlich an einem überragenden Hallenser Keeper vorbei den Ball ins Tor zu bringen.

Nach der Halbzeitpause kamen wir etwas schwerfällig wieder in die Partie. Als Michel einen von Srbeny mit dem Kopf weitergeleiteten Ball in der 60. Minute zum 4:1 ins Tor brachte, war das Ding eigentlich schon durch.
Denkste.
Die Mannschaft wurde fahrig, sich seiner Sache zu sicher. Das Mittelfeld spielte nicht mehr konsequent mit nach hinten und ließ Halle gewähren. Die Hallenser ließen sich die Einladung gefallen und schlossen in 2 Minuten mit 4:3 auf. Eine viertel Stunde war es da noch. Zum Teil wirkten die Spieler erschöpft nach 70 Minuten Fußball mit viel Druck und Laufleistung. Der erste Wechsel kam erst in der 81. Minute und somit viel zu spät. Halle war voller Energie nach dem unerwarteten Anschluss und unsere Jungs verunsichert und platt.
So kam es wie es kommen musste, der Ausgleich fiel in der 84. Minute und Halle hatte sogar noch die Möglichkeit zu gewinnen.

Für mich das wichtigste an dem Spiel: Man hat gesehen, dass wir vorne Tore schießen können, dass wir richtig guten Offensivfußball spielen können. Ein früherer Wechsel für die Defensive nach dem 4:1 hätte vermutlich mehr Stabilität gebracht, aber nachher ist man immer schlauer. Es ließ sich viel mitnehmen aus dem Spiel woran man noch arbeiten muss um bestehen zu können. Aber die Grundidee war klar und deutlich zu erkennen und in dem Spiel war mehr Siegeswille als in der ganzen letzten Saison.

Wer sich noch einmal die Zusammenfassung oder die ganze Wiederholung des Spiels anschauen möchte, der kann das auf Telekomsport.de, ohne sich anmelden zu müssen, tun.

HIER DER LINK: TELEKOMPSPORT.DE

Chemnitz in der selben Situation wie wir

So kommt jetzt das erste Heimspiel gegen eine Mannschaft, die die letzten Jahre immer aufsteigen wollte und dafür auch das Geld in die Hand genommen hat. Die letzte Saison war der erstmal letzte offizielle Schuss zum Aufstieg. Da man es nicht ins Unterhaus geschafft hat, fehlten die finanziellen Mittel für die neue Saison. Mit Ach und Krach hat man gerade noch den Klassenerhalt stemmen können, musste aber viele Leistungsträger gehen lassen.

So stehen nun wie bei uns viele junge Spieler aus der Regionalliga im Kader und wollen sich beweisen, genauso wie wir. Lustigerweise hat der Kader von Chemnitz den selben Marktwert wie unserer. Beide Vereine haben einen schmalen Wert von 4,48 Mio. Euro.

Der verjüngte Kader um Trainer Horst Steffen hat zum Auftakt das Derby gegen Zwickau gewonnen und kommt so mit breiter Brust zu uns nach Paderborn. Auch wenn es ein knapper 1:0 Sieg war, es war einer. Allerdings lässt sich aus nur einem Punktspiel natürlich nicht wirklich eine Form ablesen. Man kann danach wieder knapp 1:0 gewinnen oder verlieren, oder auch ganz unter gehen.

Die Aufstellung:

Ich denke eine große Veränderung im Vergleich zu Halle wird es nicht geben. Baumgart wird vermutlich gerade zu Hause wieder offensiv spielen lassen. Daher denke ich eine Doppel 6 mit Krauße und Wimmer fällt raus. Tucker und Boeder sollen sich nach den blöden Gegentoren der letzten Woche sicher Selbstvertrauen erarbeiten. Bei Zingerle im Tor wird das genauso aussehen. Vuci und Bertels werden auch bleiben. Herzenbruch kann sich, warum auch immer, auch unter Baumgart nicht an Bertels vorbei drängen auf der Linksverteidigerposition.

Die Offensive war das Prunkstück des letzten Spiels und mit Srbeny, Zolinski und Michel trafen auch gleich drei der fünf Offensivkräfte.

Mein Tipp: Die selbe Elf wie in Halle

—- —- Zingerle —- —-
Vuci, Strohdiek, Boeder, Bertels
Zolinski, Wassey, Krauße, Adjej
— Srbeny, Michel —-

Ich wünsche mir ein Offensivfest wie am letzten Wochenende. Wenn es dann auch 4:3 oder 5:4 ausgehen würde, wäre mir das auch recht. Wichtig ist ein Heimsieg. Davon haben wir in den letzten Monaten und Jahren viel zu wenig kosten dürfen. Ich glaube aber, dass die Abwehr und vor allem das Mittelfeld wieder besser nach hinten arbeiten wird. Sollten wir zur 60. Minute führen, gehe ich auch fest davon aus, dass Wimmer eher zum Einsatz kommen wird.

Ich freue mich auf ein tolles Spiel und hoffentlich eine geile Stimmung mit uns 4500 treuen Fans!

Das Spiel gibt es bei der Telekom ab jetzt kostenpflichtig live zu sehen, im Free-TV leider nicht.

Im aktuellen PaderCast haben wir auch über das Spiel in Halle und das kommende gegen Chemnitz gesprochen, hört doch mal rein:
LINK: PADERCAST #87 – Das Tempo ist irre

Euer PaderOptimist